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Gedichte

Januar 25th, 2009 · No Comments

In Lehm gebrannt steht Schillers Glocke. So schwer man sich als Schüler tut, die etwas fremd aneinander gereihten Worte auswendig zu lernen, so wenig wird man sie in seinem ganzen leben wieder vergessen. Auch die Vielzahl von Strophen über den Helden, der, mit dem Dolch im Gewande, zu dem Tyrannen Dionysios schlich, ist vielen Menschen noch bis in das hohe Alter bekannt. Während der Schullaufbahn lernen die Schüler heute wie früher eine Vielzahl von Gedichten. Prinzipiell gehört dies schon zum Alltag im Kindergarten, auch hier werden kleinere Reime auswendig gelernt. In der Grundschule sind noch leichte, kurze Gedichte auf dem Lehrplan zu finden, etwa das ABC Gedicht, welches auch viele Menschen sofort wieder erkennen, wenn ein Grundschüler es gerade lernt.

Die Schwierigkeit und vor allem die Länge der Gedichte steigern sich mit der Klassenstufe und der Art der Schule, die ein Schüler besucht. Die Eltern sind hier jedoch in den niedrigeren Stufen mehr gefordert, die Gedichte mit den Kindern gemeinsam zu üben. Da sitzt man einige Stunden am Küchentisch und wiederholt Zeile um Zeile. Das Problem hierbei ist, dass kaum ein Schüler gerne Gedichte auswendig lernt, und auch die Eltern bald die Lust verlieren. Das Gedicht in seine Strophen aufzuteilen, und eine Strophe gleich mittags, eine nachmittags, und eine weitere im Auto, auf dem Weg zum Einkaufen, zu üben bietet sich hier an. Da die Kinder meist mehrere Tage Zeit haben, ein längeres Gedicht zu erlernen, kann man die Lernarbeit auf die Zeit verteilen und sitzt nicht stundenlang.

Schwieriger wird es dann, wenn die Gedichte auch noch in anderen Sprachen, wie zum Beispiel englisch, gelernt werden müssen. Angefangen von kleinen Limericks bis hin zu großen Gedichten ist auch hier das Lernen auf dem Lehrplan zu finden. Nebenher laufen aber auch im Deutschunterricht die Aufgaben weiter, wie etwa alle Strophen des kleinen Zauberlehrlings, der seinem Meister einige Probleme bereitet, als dieser einmal das Haus verlässt. Nach dem Erlernen und Aufsagen der Gedichte, was natürlich auch benotet wird, geht es an die Analyse der geschriebenen Worte.

Was der Literat damit sagen wollte, aus welcher Zeit die Zeilen stammen, welche Art Reim er verwendet hat, und welche anderen stilistischen Besonderheiten, wie Alliterationen, in den Strophen zu finden sind, wird in gemeinsamer Arbeit oder auch als Hausaufgabe erörtert. Wenn ein Schüler sich weigert, das aufgetragene Gedicht zu lernen, muss er damit rechnen, nicht nur beim Ausfragen eine schlechte Note zu erhalten, sondern auch in der nächsten Klassenarbeit, die zumindest zum Teil über das literarische Meisterwerk handelt.